Wer wir sind

© CitySoundscapes – CC BY-ND 4.0

In unterschiedlichen Teilprojekten arbeiten verschiedene Lehrstühle der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität Berlin zusammen mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München und dem BUND Naturschutz, Kreisgruppe München zusammen mit weiteren Stakeholdern wie dem GreenCity e.V. daran, urbane Akustiksignale mit Biodiversität und menschlichem Wohlverbinden zu verbinden. Gefördert wird unser Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA).

Hier möchten wir euch kurz vorstellen, wie wir arbeiten.

Um euch unser Projekt übersichtlich vorzustellen, haben wir eine Präsentation aufgenommen. Ihr könnt aber auch gerne nur die Beschreibungen weiter unter lesen oder unsere Präsentation durchklicken!

Das Projekt

Bild: KI-generiert – CC0

Stadtgrün und Biodiversität


Wenn man an Städte denkt, denkt man an oft an graue Orte, aber gerade München bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Grünflächen. Unser erstes Arbeitspaket schaut sich an, wie versiegelt unsere Forschungsquartiere sind, wie komplex die sich darin befindlichen Grünflächen gestaltet wurden - und natürlich, welche Klanglandschaft dort existiert. An verschiedenen Plätzen scannen Laser die Vegetation, um Ihre Struktur zu beschreiben. Einer KI (Künstliche Intelligenz) filtert außerdem Vogelstimmen aus Audio-Aufnahmen heraus und bestimmt dann Arten - so können wir herausfinden, wie biodivers ein Ort ist.
So hilft uns Klang, Wissenschaft voranzutreiben.

Bild: KI-generiert – CC0

Klang und Gesundheit


Dass Klang unser Wohlbefinden beeinflusst, kennen wir alle: Eine laute U-Bahn-Station kann Stress auslösen, Vogelzwitschern im Frühling versetzt euch in gute Stimmung, ein ruhiger Ort lässt euch endlich mal durchatmen. Wir möchten euch dazu einladen, der Stadt ganz bewusst zuzuhören. Auf gemeinsamen Hörspaziergängen möchten wir in unserem zweiten Arbeitspaket herausfinden, durch welche Klänge ihr euch wohlfühlt - und bei welchen nicht. So helft ihr uns, Soundscapes und Erholungseffekte in den Grünflächen der Stadt miteinander in Verbindung zu bringen!

Bild: KI-generiert – CC0

Datenmodellierung



Um unsere gesammelten Daten miteinander in Verbindung zu bringen und Beziehungen zu testen, nutzen wir gemischte Modellierungsansätze. So können wir die verschiedenen Variablen miteinander vernetzen, und das nicht nur für unsere Forschungsflächen: Durch Datenmodellierung können wir im besten Fall voraussagen, welchen Erholungseffekt Klanglandschaften hervorrufen und zum Beispiel eine akustische Erholungskarte vom München der Gegenwart zu erschaffen, um urbane Planungsprozesse anzuleiten, die Klanglandschaften fördern oder sogar gestalten, die einen positiven Effekt auf Menschen haben. Und wieder seid ihr gefragt: Um unsere Daten qualitativ zu überprüfen, arbeiten wir mit euch in Workshops zusammen. So könnt ihr dazu beitragen, dass unsere Modelle aussagekräftig sind und in die Stadtplanung einfließen können.

Ansprechpartner:innen
TUM: Lehrstuhl für Urbane Produktive Ökosysteme

m.busana@tum.de

Bild: KI-generiert – CC0

Shared Soundscapes


Wir möchten Forschung greifbar, kreativ und erlebbar machen. Klang ist etwas, was uns alle vereint und täglich beeinflusst, denn bekanntlich kann man die Ohren, im Gegensatz zu den Augen, nicht einfach schließen. Die Klanglandschaften, in denen wir leben, teilen wir mit anderen Lebewesen, welche eigene Formen des Ausdrucks nutzen. Deswegen beschäftigt sich unser viertes Arbeitspaket mit BürgerInnen-Wissenschaft und Kunst-Wissenschafts-Interventionen, die euch die Möglichkeit geben, aktiv und kreativ mit Klängen aus eurer Umgebung zu arbeiten – und dabei Ideen für ein Miteinander in der Stadt zu entwickeln, welches Wohlbefinden für menschliches und mehr-als-menschliches Leben möglich macht. Mit der Dawn-Chorus-App (www.dawn-chorus.org), mit der Menschen weltweit den Vogelchor der frühen Morgenstunden aufnehmen, könnt ihr Aufnahmen zu einer Klangkarte beisteuern und mit Forschenden gemeinsam auswerten. Feiert außerdem mit uns Silent Soundscape Discos, trefft in der Stadt auf DJs, die mit euren Aufnahmen auf dem Fahrrad unterwegs sind (https://dj-bike.de/), und werdet mit euren eigenen Aufnahmen und denen Anderer aktiv. So hilft Klang, uns näher zusammen zu bringen

Bild: KI-generiert – CC0

Planung und Management


Projekte kommen und gehen; wir wollen mit unseren Ergebnissen, die in die Stadtplanung einfließen, bleiben. Unser Ziel ist es, dass unsere Ergebnisse in den Richtlinien und Plänen für Naturschutz und menschliche Gesundheit der Stadt München verankert werden. Deswegen ist die Stadt München unser Praxispartner. Zusammen untersuchen wir, wie Klang in die Stadtplanung mit aufgenommen werden kann. Wie können wir Orte gestalten, um Biodiversität und Erholung zu fördern?

Nimm Kontakt mit uns auf

Hast du ein Thema auf dem Herzen, das nicht die Hörspaziergänge betrifft? Hast du Interesse an einer Zusammenarbeit? Möchtest du Anregungen, Ideen oder Beschwerden mit uns teilen? Fülle bitte das Formular aus und wir werden uns in Kürze bei dir melden. Wir freuen uns schon darauf, von dir zu hören.
(Bitte melde dich für unsere Hörspaziergänge aus Datenschutzgründen nur über hoerspaziergang@ibe.med.uni-muenchen.de an!)

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Publikationen

  • Social-ecological relationships on biodiverse and health-promoting city soundscapes.

    Referenz:
    Egerer, M., Annighöfer, P., Arzberger, S., Bahlmann, T., Burger, S., Coenen, M., Fairbairn, A., Fiebig, A., Heckner, F., Hisada, N., Immich, G., Kraft, E., Meier, N., Meyer, S.T., Mühlbauer, M., Petroschkat, K., Probst, B.M., Schmitt, S., Voicu, G., Voss, S., Weissmann, J., & Pauleit, S. (2025). Social-ecological relationships on biodiverse and health-promoting city soundscapes. Bacic and Applied Ecology, in press.
    DOI: 10.1016/j.baae.2025.12.007

    Veröffentlichung:
    Dezember, 2025

    Abstract:
    Urban soundscapes indicate biodiversity and environmental conditions, including urban stressors. Although relationships among soundscapes, biodiversity, and mental health effects exist, better quantification is needed to inform biodiversity-based health interventions. We present the pilot phase of the CitySoundscapes project, a transdisciplinary effort to develop methods for surveying biodiversity and human wellbeing associated with urban soundscapes. This approach involved citizens and practitioners across conservation, planning and health sectors as well as various urban contexts. In this initial one-year phase of our research, we investigated how soundscape characteristics relate to green space structural complexity, how to measure biodiversity using acoustic monitoring (here, vocal bird species), and people’s acoustic perceptions. We also piloted participatory approaches to identify where there are places of high biodiversity, high acoustic comfort and perceived restoration. Our goal was not to deliver exhaustive ecological results, but to test and combine methods from ecology, environmental psychology, and urban planning for feasibility and complementarity. We present these methods and an approach to assess relationships among sound, biodiversity and wellbeing in urban spaces of varying vegetation structure. This case study provides a perspective on how green spaces and their structural features could relate to soundscapes and acoustic comfort and restoration, as well as how green spaces offer habitat for a diversity of sound-producing organisms. This methodological and conceptual contribution offers the groundwork for ecological and inter- and transdisciplinary research. The preliminary insights can inform ecological understanding and practical strategies for healthier, more biodiverse cities.

  • Using soundwalks to promote salutogenetic urban environments.

    Referenz:
    Baierl, S., Voss, S., Immich, G., Fiebig, A., Hisada, N., Meier, N., Probst, B., & Coenen, M. (2025). Using soundwalks to promote salutogenetic urban environments. Public Health Forum, 33(3), 256-261.
    DOI: 10.1515/pubhef-2025-0057

    Abstract:
    Urban soundscapes influence citizens’ health and wellbeing. Thus, promoting healthy acoustic environments has become an important public health concern in cities. Soundwalks are a participatory method to explore the subjective perception of soundscapes and its effects on individuals. This article describes the conduction of soundwalks in three green spaces within the Bavarian capital of Munich. The soundwalks were part of a feasibility study within the interdisciplinary CitySoundscapes project.

  • The potential of soundscapes as an ecosystem monitoring tool for urban biodiversity.

    Referenz:
    Arzberger, S., Fairbairn, A., Hemauer, M., Mühlbauer, M., Weissmann, J., & Egerer, M. (2025). The potential of soundscapes as an ecosystem monitoring tool for urban biodiversity. Journal of Urban Ecology, 11(1), juaf002
    DOI: 10.1093/jue/juaf002

    Abstract:
    As urbanization and densification often lead to significant biodiversity loss, understanding and monitoring urban biodiversity patterns is crucial. Traditional monitoring methods are often costly, time-consuming, and require specialized expertise. Passive acoustic monitoring and soundscape ecology have emerged as promising, non-invasive techniques for ecosystem monitoring. This review aims to provide an overview of methods and approaches utilized in urban soundscape ecology and discuss their limitations. We highlight exemplary studies that focus on urban soundscape and biodiversity monitoring to demonstrate that acoustic recordings can be partially used to predict biodiversity in cities, especially for avian species. To realize the potential of urban soundscape monitoring for biodiversity conservation, current challenges must be addressed. This includes data processing, data security, and missing standardized data collection methods. We call for further research that combines innovative technologies and transdisciplinary approaches for non-invasive biodiversity monitoring to develop effective conservation applications for cities.

  • Klanglandschaften in der Stadt: Beziehungen zwischen biologischer Vielfalt, Geräuschumgebung und menschlicher Gesundheit in einer grünen städtischen Infrastruktur (CitySoundscapes).

    Referenz:
    Immich, G., Voss, S., Hisada, N., Fiebig, A., Meier, N., Probst, B., & Coenen, M. (2024). Klanglandschaften in der Stadt: Beziehungen zwischen biologischer Vielfalt, Geräuschumgebung und menschlicher Gesundheit in einer grünen städtischen Infrastruktur (CitySoundscapes). In: Tagungsband "Fortschritte der Akustik - DAGA 2024", 1425-1428.
    Zur Publikation

    Abstract:
    Einleitung: Im Rahmen des Projekts CitySoundscapes wurden Konzept und Methodik für die Durchführung von Hörspaziergängen in urbanen Grünflächen entwickelt. Ziel der Machbarkeitsstudie waren die Testung (1) der Rekrutierungsstrategie, (2) der Fragebögen in verschiedenen Varianten und (3) das Einholen von Feedback der Teilnehmenden zur Verbesserung der Methodik. Methodik: Für die Machbarkeitsstudie wurden Varianten an Erhebungsmethoden und -instrumenten konzipiert und in drei ausgewählten Grünflächen und unterschiedlichen Hörorten getestet. Die Rekrutierung erfolgte über Aushänge in der Nähe der Grünflächen und über soziale Medien. Jeder Hörspaziergang startete in einer grauen Kontrollfläche, gefolgt von drei bis vier Hörorten in Grünflächen. Daten wurden über eine REDCap Datenbank oder Papierfragebogen erfasst. Im Anschluss fanden Kurzinterviews mit Teilnehmenden statt.Ergebnisse: Es nahmen 27 Personen (23 Frauen, 4 Männer) an sechs Hörspaziergängen teil. Die Rekrutierung über Plakate/Flyer war ineffektiver als die Ankündigungen in sozialen Medien. Die Soundwalk DIN-Norm wurde als klar verständlich und eindeutig eingeschätzt, wohingegen die deutsche Übersetzung der Perceived Restorativeness Soundscape Scale als missverständlicher und schwieriger empfunden wurde. Die Länge beider Varianten war angemessen, die Funktionalität des Online-Fragebogens sehr gut. Die Organisation der Hörspaziergänge wurde als sehr gut, die Anleitung und Durchführung als klar und verständlich beurteilt. Fazit: Die Machbarkeitsstudie lieferte wichtige Hinweise zur Verbesserung der Hörspaziergänge.